Hier findet ihr kleine Artikel von mir über Themen die mir am Herzen liegen, mit denen ich häufig konfrontiert werde oder Erlebnisse die einfach erzählenswert sind. Viel Spaß beim Lesen!


Headshaking - Das schlagen mit dem Kopf

 

Was ist da los, wenn ein Pferd beginnt mit dem Kopf zu schnicken und zu schütteln? Ja, sogar wild zu schlagen! Genau weiß das niemand!

Aufgrund der unterschiedlichen Ausprägungen ist wohl von einem leichten Kitzeln bis hin zu einem plötzlichem Schmerzblitz, wie es Menschen mit einer Trigeminusneuralgie beschreiben, alles vertreten. Die Bandbreite geht von Prusten und Schnauben über ein Kopfschnicken bis hin zu schwersten Verhaltensstörungen.
So weit gefächert wie die Symptome selbst sind auch die Ursachen für diese Verhaltensstörung.
Mögliche Ursachen sind: -Ohrmilben -Pilzinfektionen des Luftsacks -Zahnprobleme -Gefäßstörungen -Mittelohrentzündung -Allergien -Störungen der Augen oder Nebenhöhlen -Veränderungen an der Wirbelsäule -Nervenschädigung (Licht oft relevant) -zu enge Reithalfter -falsch sitzende Gebisse -Reiterfehler.
Unterteilt wird in das idiopathische HS : hier ist die Ursache unbekannt, das stereotype HS : die Verhaltensstörung ist entstanden aus der Insektenabwehr oder einer Konfliktsituation und das symptomatische HS : Folge einer Primärerkrankung. HS ist oft die Spitze des Eisbergs vorrausgegangener Erkrankungen.

Der Schulmediziner macht zuerst eine große allgemeine Untersuchung.
Untersucht werden: Wirbelsäule, Augen, Ohren, Blut und Luftwege. Röntgen oder CT vom Kopf, Test auf Herpes/Borna/Borreliose.
Das Herpesvirus beschädigt die Nerven, Reize werden hierdurch intensiver wahrgenommen. Bei dem Bornavirus erhöht sich vermutlich der Liquordruck im Gehirn. Hier hilft kein Nasennetz und die Symptome treten nicht saisonal auf.
Angewandte Arzneien aus der Schulmedizin können u.a. Melatonin sein, welches bei der saisonalen Form zum Einsatz kommt. Auch das Immunsystem wird gestärkt. Es wurden auch schon Nervenschnitte des Trigeminusnervs durchgeführt, allerdings gab es hier zu viele Komplkation, sodass man wieder davon ab kam.

In der alternativen Medizin arbeitet man viel im energetischen Bereich. Der Blasenmeridian hat eine besondere Beziehung zum Gehirn und ist auch bei der periodischen Augenentzündung zu beachten. Magen und Gallenblase versorgen den Trigeminusnerv. Der Gallenblasenmeridian ist bei Spannungen im Organismus beteiligt. Dickdarm, Magen, Dünndarm können von zu engen Reithalftern blockiert werden. APM, Akupunktur oder Akupressur konnten hier schon oft für Linderung sorgen.
Pferde mit HS sollten engiftet werden mit z.B. Algen und Kieselgur, einer homöopathischen Stoffwechselkur oder mit Hilfe der Phytotherapie (Pflanzenkunde).
Auch in der alternativ Medizin stärkt man das Immunsystem. Homöopathisch über Akupunktur oder Phytotherapie. Zudem macht es Sinn das Pferd einem Osteopathen vorzustellen und die Fütterung zu überprüfen.


Die Kunst des Treibens

 

Das Treiben ist eine der ersten und wichtigsten Hilfen die ein junges Pferd bei der Arbeit unter dem Sattel lernt.

Ohne Treiben (wie auch immer) - keine Bewegung.

 

Das Treiben aber richtig auszuführen ist eine Kunst in der Kunst des Reitens.

 

Fatal ist, dass die Hilfe von Ferse und Bein für das lernende Pferd nicht logisch ist. Ausgeführt werden kann sie nur korrekt von einem Reiter der bereits den Sitz in Balance beherrscht.

 

Der zu starke Druck von Unterschenkel und Ferse verursacht ein Zusammenziehen der Bauchmuskulatur, was wiederrum das Pferd am Vorangehen hindert, sogar verhaltend wirkt.

Stellt euch vor ihr sollt mit verspannter Bauchmuskulatur locker vortreten…das wird schwierig.

 

Warum dann überhaupt treiben auf diese Art?

 

Was möchte ich erreichen?

 

Ich möchte, dass mein Pferd anfängt sich zu bewegen und möchte das es in Bewegung bleibt.

Ein Körper der sich bewegt schwingt. Also ist es mein Anliegen diese Schwingung zu erhalten und zu leiten.

Ein schwingendes Pendel kann aus eigener Kraft unentwegt schwingen, nur durch minimales anstoßen kann ich das Schwingen erweitern. Stoße ich allerdings zu stark oder nicht im Takt an, bringe ich es aus seinem Rhythmus und zerstöre die Bewegung.

Der Rumpf des Pferdes schwingt wechselseitig gegen meine Waden.Nun habe ich die Aufgabe durch nur leichtes anstoßen den Rumpf in vermehrtes Schwingen zu bringen und so das Pferd zum energischeren vortreten zu animieren. Schwingt das Pferd losgelassen über die Bahn habe ich nur die Aufgabe dieses zu erhalten und hierzu reicht der Schwung der durch meinen eigenen Körper läuft. Energie die zwischen mir und meinem Pferd arbeitet.

 

Zurück zum Jungpferd:

 

Ein Jungpferd muss überlegt an diese Hilfe herangeführt werden.

Hierbei kann es hilfreich sein mit einem Helfer zusammen zu arbeiten, der vom Boden aus das Pferd mit bereits bekannten Hilfen vorantreibt und in Schwingung bringt (Stimme/Gerte/Peitsche).

 

Kommt der Impuls vom Unterschenkel und das Pferd reagiert mit mehr vorschwingen, ist die Hilfe sofort auszusetzen. Zum Einen, um dem Pferd zu signalisieren, dass es richtig reagiert hat, und zum Zweiten, um den Reiz auf die Muskulatur zu nehmen, damit sie sich entspannen kann und so das Pferd weiter frei voranschreiten kann. Immer wenn es dieses tut muss die Hilfe von Ferse und Unterschenkel aussetzen und nur wieder ein Impuls erfolgen, wenn die Bewegung des Pferdes flacher wird. Ein dauerhaft einwirkender Schenkel stumpft das Pferd ab.

 

Um zudem das Vorwärtstreten dem Pferd zu ermöglichen, ist es ein Muss, dass der Reiter im Kreuz loslässt und der Bewegung des Pferdes mit dem Becken geschmeidig folgt. Hier ist besonders das Folgen in die rechts/links Abwärtsbewegung bei jedem Schritt zu beachten.

Das leider immer noch gelehrte einfache Vorwärtsschieben aus dem Becken („Sattel auswischen“) blockiert das Pferd in der Vorschreitphase. Die richtige Bewegung ist eher zu vergleichen mit einer 8, wobei die Abwärtsbewegung zur jeweiligen Seite uns sagt wann das Hinterbein dieser Seite den Boden verlässt und vorgeführt wird. In dieser Phase ist das Bein durch treiben in der Vorführphase zu beeinflussen und das fussende mit Energie zu versorgen.

Liegt der Schenkel verwahrend an während des Auffußens verlangsamt er die Bewegung.

 

Auch das Knie muss in der Phase des Vorwärtstreibens geöffnet werden. So wird das Becken in seiner freien Bewegung nicht blockiert und der Unterschenkel kann frei gegen den Pferdekörper schwingen. Er darf zum Treiben nicht an das Pferd gepresst werden. Dies wirkt der Bewegung nach vorne entgegen.

 

Das Treiben kann als einfaches Vorwärtstreiben zum Einsatz kommen, aber auch gezielt eingesetzt werden, um den Schwung zu regulieren, den Takt zu beeinflussen, die Genickstellung zu korrigieren, in die Biegung zu treiben oder in die Versammlung.

 

Den Sporen muss man sich, wie weitläufig bekannt, tatsächlich durch ein ausreichend reiterliches Können verdienen. Der Reiter sollte bevor er zu den Sporen greift (soweit dies überhaupt notwendig ist) über einen guten Balancesitz verfügen und somit über eine ruhige Schenkellage aus der es ihm möglich ist mit gezielten Impulsen auf das Pferd einzuwirken.

Ein unkontrollierter Einsatz der Sporen gleicht dem Stich eines Insekts, bei dem das Pferd normalerweise mit einem Heben des Hinterbeins reagieren und sich zu der Stelle umsehen würde. Es würde nicht vorwärtstreten, sondern sich zum Schmerzpunkt wenden und verhalten. Dieses Verhalten kann man häufig bei Jungpferden beobachten die das erste Mal mit dem treibenden Schenkel konfrontiert werden.

Das heißt, wie bereits Anfangs erwähnt, das Pferd muss lernen auf einen Impuls des Unterschenkels ins Vorwärts zu reagieren und sich nicht zu verhalten. Hier kommt der Helfer am Boden zum Einsatz oder ein Zeichen zum Vorwärtstreten welches man sich zuvor am Boden erarbeitet hat (Schnalzton o.ä.).

 

 



Wer macht eigentlich was?

Physiotherapeut – Chiropraktiker – Osteopath

 

(von Cornelia Begemann, Quellen: Tanja Richter: Illusion Pferdeosteopathie, Pschyrembel, Physioplus GmbH)

 

 

Eins haben alle gemeinsam, sie wollen die Wiederherstellung des natürlichen Bewegungsverhaltens eines Individuums erreichen. Hierfür gibt es viele unterschiedliche Techniken. Ob nun rein manuell oder mit Hilfe von naturgegebenen Mitteln (z.B. Wasser, Licht, Magnetfeld)

 

Die Schultermuskulatur wird mit Massage gelockert. Der Widerrist wird sanft kopfwärts geschoben, durch die Lockerung des breiten Rückenmuskels lässt der Druck in den Gelenken rund um das Kreuzbein nach. Eine Hand hält leicht das Brustbein, die Andere umgreift den Widerrist, die Eigenbewegung des Gewebes wird erspürt, ihr gefolgt und verharrt. Den Bauch noch anheben und die Rippen ausstreichen. Das Pferd gähnt und zeigt sich entspannt.

 

--> In dieser Beschreibung war der Therapeut Masseur, Physiotherapeut der manuelle Therapie durchführt und zwischendurch noch Osteopath.

 

Schiebt die massierende Hand Gelenkflächen auseinander, gelenkt von anatomischen Kenntnissen, so ist dies manuelle Therapie, liegt sie nur auf und fühlt der Eigenbewegung des Gewebes nach, mit der Frage: Wo zieht es mich hin? Hält das Gewebe und wirkt so lösend, reden wir von Osteopathie. Gibt die Hand einen kleinen plötzlichen Ruck, arbeitet sie chiropraktisch.

Ihr seht, ein Therapeut kann in seiner Behandlung mehrere Techniken miteinander verbinden. Umso mehr er beherrscht, umso mehr Lösungsmöglichkeiten hat er.

 

Klar differenziert werden diese Techniken in Physiotherapie, Massage, manuelle Therapie, Osteopathie und Chiropraktik!

 

Physiotherapie : bedeutet: die Behandlung des Körpers mit natürlichen Mitteln wie Wasser, Wärme, Licht, Luft, Heilgymnastik und Elektrotherapie. Der Physiotherapeut ist Spezialist für Bewegung, Bewegungsanalyse und Rehabilitation.

Physiotherapie am Pferd verglichen mit der Physiotherapie aus dem Humanbereich, würde bedeuten der Pferdephysiotherapeut macht alles: Massage, Gangbildanalyse, Hufmechanik, Lahmheitsdiagnostik, Reiten, Sattelkenntnisse, Erkrankungen aus der Neurologie, Innere Medizin, Wundlehre, Infektionslehre.

Ganz so ist es im Veterinärbereich nicht. In erster Linie lernt der Tierphysiotherapeut Massage und Bewegungsübungen sowie natürliche Hilfsmittel einzusetzen, wie Rotlicht, TENS (Elektrotherapie) und Hydrotherapie zum Beispiel.

 

Massage : Massagen werden bereits seit mind. 9000 Jahren durchgeführt. Massieren bedeutet tasten, reiben und kneten. Professioneller ausgedrückt: Massage ist eine mechanische Behandlung der Haut und des tiefer liegenden Gewebes mit nervalreflektorischer Beeinflussung.

Durch Massagen wird die Durchblutung angeregt, Lymphe fließt ab und durch die Massagebewegung und das Lockern von Muskelspannung werden Gelenkblockierungen gelöst. Reize lassen nach und Gewebe kann sich erholen.

 

Manuelle Therapie : Hier steht das Gelenk im Mittelpunkt. Die Techniken der manuellen Therapie sind aus osteopathischen und chiropraktischen Techniken entstanden. Man geht davon aus, dass die Muskelverspannung per Reflex durch ein blockiertes Gelenk entstanden ist. Nun muss das Gelenk wieder beweglich gemacht werden, damit die Spannung in der Muskultur nachlässt. Genaue Anatomiekenntnisse sind notwendig um das Gelenk zu lösen. Es wird immer mit beiden Händen gearbeitet und Gelenkflächen sanft voneinander entfernt kombiniert mit Techniken aus den Grundlagen der Neurologie zum Lockern der verspannuten Muskeln. Es wird nicht manipuliert (ruckartig).

 

Osteopathie : bedeutet: Lehre der Knochenkrankheiten (osteo-Knochen, pathie-Kranheit). Ziel der Osteopathie ist eine optimale Ausrichtung des muskuloskeletalen Systems zum besseren Fluss des Gefäß- sowie Lymphsystems, der durch Eigenregulation zu einem besseren Gesundheitszustand führt. Dies wird mit Hilfe von verschiedenen manuellen Techniken erreicht.

Es gibt die parietale (muskuloskeletales System), viszerale (innere Organe) und kraniale (inhärente Rhytmen) Osteopathie.

Es wird mit viel Gefühl gearbeitet. Erspürt wie ein Knochen im Raum steht und wie die Eigenbewegung des Gewebes ist. Mithilfe bestimmter Techniken kann man Einfluss auf die Eigenbewegung des Gewebes nehmen und somit auf die Lage des Knochens.

Die Hände des Therapeuten liegen bei einer osteopathischen Behandlung nur ruhig auf dem zu behandelndem Körper auf. Bewegen sich für einen Aussenstehenden kaum sichtbar. Ein gähnen, abkauen, abschnauben und auch schütteln des Pferdes zeigt dem Therapeuten, dass sich Spannungen gelöst haben.

Das Bewegungssystem des Pferdes wird durch die Behandlung sozusagen „umproprammiert“.

 

Chiropraktik : bedeutet: „mit den Händen erfolgend“. Gerne wird hier von „einrenken“ gesprochen. Ein aus seiner Fassung geratenes „ausgerenktes“ Gelenk „renkt“ der Chiropraktiker wieder ein. Korrekter ausgedrückt muss man sagen, ein Gelenk bewegt sich nicht mehr, ist also blockiert. Der Chiropraktiker arbeitet über ruckartige Impulse direkt am Gelenk, um es wieder frei zu machen. Entweder wird das Gelenk bis an seine Grenzstellung gebracht und dabei kurzfristig überdehnt oder die Gelenke werden betont ruckartig zusammengebracht. Der Effekt beruht auf einer Mehrdurchblutung der kurzfristig gedehnten Bereiche und in einer neurologischen „Umprogrammierung“ der Muskelspannung.

 

Ein Chiropraktiker der davon spricht, es sei etwas „raus“ und müsse „rein“ drückt sich nicht korrekt aus!

Somit kommen wir zu der Definition von Blockierungen und Blockaden.

 

Definition einer Blockierung

Reversibel (wieder herstellbar) gestörte Gelenkfunktion im Sinne einer Bewegungseinschränkung. Der Tonus der Muskulatur ist auf reflektorischem Wege verändert und die zugeordneten Gewebe zum Gelenk (Fascien, Organe, weitere Gelenke) können in ihrer Funktion auf neurophysiologischem Wege beeinträchtigt sein.

Es gibt 3 Blockierungsgrade:

Grad 1: leichte Blockierung, leicht reversibel, lösen sich oft bereits beim bocken und strecken

Grad 2: deutliche Blockierung, therapiebedürftig, mit Mobilisation behandelbar.

Grad 3: starke Blockierung, nach Mobilisation und weitestgehender Funktionswiederherstellung der umliegenden Gewebe durch Manipulation lösbar.

Ist eine Blockierung 3. Grades nicht lösbar, ist es eine Blockade. Eine Blockade ist irreversibel! Zum Beispiel eine Knochenzubildung die ein Gelenk versteift hat (Athrose).

 

Kommen wir zu dem Begriff „ausgerenkt“.

Ist ein Gelenk ausgerenkt hat ein Knochen seine Gelenkpfanne verlassen und hängt oder steht neben dem Gelenk in den Muskeln oder den Bändern. Dabei kommt es häufig zu Einrissen der Gelenkkapsel mit Blutungen usw. Zumindest ist das Gelenk mehr als nur verstaucht.

Das Ausrenken eines Gelenkes ist in der Regel eine sehr ernsthafte Verletzung. Und das dann erforderliche Einrenken ist auch nicht gerade ein angenehmes Erlebnis. Oft muss es unter Narkose erfolgen. Manchmal müssen die Einrisse in der Gelenkkapsel genäht werden, oder die ausgeleierten Bänder operativ gestrafft.

Das was wir Therapeuten in unseren Behandlungen lösen sind immer Blockierungen! Keine Blockaden. Und „gerenkt“ wird nicht!